Die Geschichte von Solina Spiez

Die Pfarrer Georg Langhans und Gottlieb Friedrich Ochsenbein gründeten 1883 den Verein für kirchliche Liebestätigkeit. Daraus entstanden die Asyle Gottesgnad, aber auch verschiedene Anstalten, zum Beispiel für Alkoholiker und Epileptiker. Gleichzeitig stellt dies den Beginn der Geschichte von Solina Spiez und des Vereins Solina dar.

Die Vorgeschichte

Vor allem Pfarrer Ochsenbein setzte sich für die unheilbar Kranken ein und eröffnete 1886 das erste Krankenheim Asyl Gottesgnad in Richigen bei Worb. Im Herbst beherbergte es bereits 14 Kranke, die an Krebs, Tuberkulose, Lähmungen, Gicht oder Rheumatismus litten. Liebevoll wurden sie gepflegt und versorgt. Schon damals galt die Devise von Ochsenbein: "Ist an Geräten oder Arznei etwas wirkliches Bedürfnis, so werde es ohne weiteres angeschafft." Schon bald war das Verlangen nach einem Krankenheim im Berner Oberland gross. Die Planung des Krankenheims Gottesgnad in Spiez begann 1893. Da kein geeignetes Mietobjekt gefunden werden konnte, musste man einen Neubau am Fusse des Spiezberges ins Auge fassen. Dieser wurde mit Hilfe von zahlreichen Spenden aus dem ganzen Berner Oberland möglich.

Die Planung

Im Jahre 1897 fand die Gründungsversammlung des Bezirksvereins des Oberländischen Asyl Gottesgnad Spiez statt. Massgebende Persönlichkeiten nahmen daran teil: Herr Pfarrer Ris aus Worb und Herr Dr. Mützenberg, erster Direktionspräsident und zugleich Leiter des Krankenheims Spiez von 1901 - 1927.

Der Bau war sehr teuer und die effektiven Kosten überschritten die geschätzten CHF 60'000.- fast um das Doppelte. So waren zusätzliche Spenden dringend nötig. Dank der Unterstützung durch reformierte Kirchgemeinden und Privatpersonen und Oberländer Gemeinden konnte das vierte Krankenheim Asyl Gottesgnad im Kanton Bern - das erste im neuen Jahrhundert - trotzdem fertiggestellt werden.

Die Eröffnung

Am 13. Januar 1901 wurde das Krankenheim Asyl Gottesgnad Spiez mit 40 Betten eröffnet. 14 Patienten konnten sofort einziehen. Rasch bevölkerte sich das Krankenheim und musste schon bald ausgebaut werden. Bis 1908 stieg die Bettenzahl auf 112. Natürlich bedeutete dies für die Diakonissinnen Schwerstarbeit. Die Pflege war anders als heute. Sie entsprach eher einem strengen, erzieherisch wirkenden Versorgen und Fernhalten von der Öffentlichkeit. Die Arbeitssituation war ebenfalls nicht vergleichbar mit heute: In einem Protokoll ist nachzulesen, dass dieselbe Schwester nie länger als 5 Wochen hintereinander Nachtdienst machen sollte. Auch arbeiteten die Schwestern anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts noch für Gotteslohn.

Die Entwicklung

Herr W. Kasser, Schulinspektor in Spiez, Kassier und Direktionsmitglied, stand ab 1918 während mehr als 50 Jahren im Einsatz für das Krankenheim Gottesgnad in Spiez. In dieser Zeit musste eingesehen werden, dass das Platzangebot in Spiez nicht ausreichte. Man entschied sich aber gegen einen Neubau. Stattdessen konnte das Brodhüsi in Wimmis, ein ehemaliger Gasthof, als Filialbetrieb erstanden werden. Schon bald wurden die 40 Betten bezogen. In den 20er Jahren ermöglichten zahlreiche Spenden Neuanschaffungen im Krankenheim Spiez. Eine Waschmaschine, ein Kühlschrank und ein Personenlift erleichterten das Leben der Patienten und der Pflegerinnen. Ein Radio, der auf jeden Stock des Krankenheims geschaltet werden konnte, brachte Abwechslung. Später wurde auch eine Zentralheizung eingebaut.

Die Krisenjahre

1928 wurde Herr Rooschütz, Pfarrer in Spiez, zum Direktionspräsidenten gewählt. In den 30er Jahren seiner Amtszeit wurde zum ersten Mal aktenkundig, dass die Bettenzahl nicht ausgelastet war. Dies war eine Folge der Krise vor dem Zweiten Weltkrieg. Man hatte zu wenig Geld, um Angehörige in einem Heim betreuen zu lassen.

Auch dem Krankenheim ging es finanziell sehr schlecht. Das Kostgeld musste nach langem Hinauszögern von CHF 2.30 auf CHF 3.30 pro Tag heraufgesetzt werden. Zum Glück blieben aber die Spenden nie aus. 1947 erfolgte eine neuerliche Heraufsetzung auf CHF 4.50 und 1960 auf CHF 7.-. 1970 musste das Kostgeld schon wieder angepasst werden und betrug nun CHF 25.30.

1946 wurde Pfarrer Hans von Känel in die Direktion gewählt. Dort übernahm er die Leitung des Krankenheims Asyl Gottesgnad Spiez im Nebenamt (1971 erfolgte seine Wahl zum vollamtlichen Leiter der Institution). Tatkräftige Unterstützung erhielt er die ganze Zeit durch seine Ehefrau, Irma von Känel, die im Krankenheim als hauswirtschaftliche Betriebsleiterin tätig war.

Die Veränderung

1965 kündigte das Diakonissenhaus die Verträge mit den Krankenheimen Gottesgnad, da grosse Nachwuchsprobleme vorhanden waren. In diese Zeit fallen aber auch die Bemühungen des SRK, die Pflegeberufe zu reglementieren; deshalb stellt dieser Zeitpunkt auch den Beginn einer Entwicklung zur professionellen Pflege dar. So wurde 1967 die Spitalgehilfinnenschule Spiez gegründet. Zusätzlich konnte am 15. Oktober 1973 die Schule für praktische Krankenpflege eröffnet werden und schon 1976 wurde sie vom Schweizerischen Roten Kreuz anerkannt. Beiden Schulen wurden zunächst in die «Schulen Pflege Berner Oberland» und später ins «BZ Pflege» integriert.

Das Hochhaus

Im Jahr 1967 stand wieder eine grosse Investition an. Das Bauprojekt Bettenhochhaus wurde durch die Direktion genehmigt. 1968 bewilligte der Grosse Rat die Erstellung des Personalhauses 2 und des Schulhauses und genehmigte Bausubventionen von CHF 8'375'502.-. Zwei Jahre später war der Rohbau beendet und am 22.02.1972 konnte der Neubau bezogen werden. Das sechsstöckige Hochhaus an der Asylstrasse 19 bestand aus zwölf Abteilungen. Gleichzeitig mit dem Einzug wurde der alte Bau abgerissen.

Diverse Erneuerungen konnten mit dem Neubau realisiert werden. Die Cafeteria, das Dach-Bistro, die Dachterrasse, der Coiffeursalon, das zahnärztliche Behandlungszimmer und die Physiotherapie fanden im sechsstöckigen Haus Platz. Das Zahnarztangebot wurde 2010 weiter abgebaut.

In dieser Zeit entstanden immer mehr Alters- und Leichtpflegeheime. Mit der neuen Infrastruktur entwickelte und spezialisierte sich das Krankenheim immer mehr auf mittel und schwer pflegebedürftige Menschen.

Entlastung: Heiligenschwendi und Steffisburg

In den siebziger Jahren wurde die Warteliste für die Chronischkranken immer länger. Es kam trotz des Neubaus zu Platzmangel. Das Mietangebot der Bernischen Höhenklinik in Heiligenschwendi für das damalige Männerhaus war somit sehr willkommen. Nach einigen Umbauarbeiten konnte bald die Aussenstation Heiligenschwendi bezogen werden. Sechs der insgesamt 45 Betten wurden für Ferienpatienten reserviert, was den Angehörigen die Möglichkeit gab, sich während einige Wochen von der kräfteraubenden Pflege zu erholen.

Obwohl der langjährige Direktor Hans von Känel 1982 pensioniert worden war, gab er seine Arbeit für die Krankenheime noch lange nicht auf. Er hatte die Planung des Neubaus in Steffisburg unter sich und führte das Projekt erfolgreich durch die Volksabstimmung. Am 16. Mai 1983 erfolgte der Spatenstich und nach intensiver Bauzeit wurde im Mai 1985 die Einweihung gefeiert. Das neue Heim war eine grosse Entlastung und ermöglichte den Umzug von Heiligenschwendi nach Steffisburg.

Baulich wurde ein vollkommen anderer Stil angewendet als beim Neubau in Spiez. Die Heimbewohner fühlten sich auch in Steffisburg sofort wohl. Nun stand die Aussenstation, jetzt Ferien-Krankenheim genannt, ganz den Feriengästen zur Verfügung.

Aufbruch

Ab 1982 sorgte Pfarrer und El.-Ing. HTL Oskar Blaser für die gute Führung des Krankenheims Gottesgnad in Spiez. Er schuf die Grundlagen für eine langfristige Entwicklung, Sanierung und Öffnung des Krankenheims. Ab 1997 oblag die Leitung der Institution Christof Stöckli.

2001 genehmigte die Hauptversammlung neue Statuten und damit auch den Namenswechsel zum Verein Oberländische Krankenheime. 2011 wurde Kaspar Zölch zum Standortleiter gewählt.

Das Jubiläum

Am 13. Januar 2001, also auf den Tag genau 100 Jahre nach der Eröffnung des Asyl Gottesgnad, fand der Auftakt zum 100-Jahr-Jubiläum statt. In Form eines szenischen Rundganges stellten Profi- und Laienschauspieler sowie Heimbewohner und Mitarbeiter des Krankenheims Spiez den Heimalltag dar. Während des ganzen Jahres wurden für die Heimbewohner, Angehörigen, Mitarbeiter und die breite Öffentlichkeit zahlreiche Anlässe durchgeführt, die ganz im Zeichen des Jubiläums standen. So unter anderem:

13.01.2001 Szenischer Jubiläumsabend
09.06.2001 - 17.06.2001 Wild Life in Spiez
11.05.2001 Barbecue-Tag
08.06.2001 Schiffsausflugtag 100 Jahre MS Spiez
14.06.2001 Jubiläums-Personalfest
Juli - Oktober 2001 Heimbewohnerferien in Churwalden
30.08.2001 - 09.09.2001 Sonderschau Gesundheit OHA Thun
15.11.2001 - 18.11.2001 Sonderschau 100 Jahre Krankenheim Spiez an WGA in Spiez
13.01.2001 - 12.01.2002 Jubiläumsausstellung
12.01.2002 Jubiläumsabschlussfest

Genau ein Jahr nach Beginn der Feierlichkeiten wurde am 12. Januar 2002 das Jubiläumsjahr mit der Enthüllung eines Steins des Denkanstosses beendet. Der vom Spiezer Künstler Charles Tschan behauene Kalksandstein befindet sich im Kräutergarten des Krankenheims Spiez. Der eingemeisselte Text lautet:

"Über all dem Geschehen von Zeit zu Zeit Geborgenheit - 100 Jahre Krankenheim Spiez."

 

Meilensteine seit 2001

2002 Eröffnung des Lina Schaeren Hauses mit Seniorenwohnungen.
2005 Beginn Planung Gesamtsanierung.
2007 Inbetriebnahme von 36 Seniorenwohnungen auf dem Kroneareal in Spiez.
2008 Projektwettbewerb betreffend Gesamtplanung und Neubau.
2012 Beendigung der Zusammenarbeit mit der Krone AG.
2013 Eröffnung der ersten Bauetappe des Neubaus Grapbianca und Umbenennung des Betriebs in Solina Spiez.
2015 Eröffnung des gesamten Neubaus mit 180 Einzelzimmern.